Projekte rund um die Welt für die Gleichberechtigung

Ob Frauen in Indien unterstützt werden oder ob die Fachhochschule Düsseldorf eine Plakataktion macht, immer geht es darum, dass Frauen gestärkt werden sollen oder das andere benachteiligte Gruppen aus dieser Welt endlich volle Menschenrechte erhalten können. Da werden Kunstprojekte aufgezogen, aber genauso kann es handfeste Hilfe geben, wenn Frauen nur als Menschen 2. Klasse behandelt werden. Vor allem kann es immer wichtig sein, dass Frauen endlich in der Berufswelt Fuß fassen können und das heißt, dass Mädchen eine gute Schulausbildung oder handwerkliche Ausbildung erhalten werden. Mit Förderungen vor Ort können Frauen in aller Welt jetzt in eine bessere Zukunft sehen. Doch wer nun glaubt, dass Gleichberechtigung nur ein Thema außerhalb von Deutschland ist, der wird überrascht sein, wie viele Projekte hier in Deutschland täglich gestartet werden, damit auch deutsche Frauen zum Beispiel im Berufsleben gleiche Löhne und gleiche Karrierechancen haben können. Vorreiter sind hier die Universitäten die sich besonders bemühen darum, dass Frauen mit einer akademischen Ausbildung einen hochwertigen Arbeitsplatz erreichen können.

Mit vielen Projekten kann die Welt an jedem Tag einen Schritt mehr machen in Richtung Gleichberechtigung für Mann und Frau, dass irgendwann Kinder geboren werden, die eine gleichberechtigte und gerechte Welt vorfinden können.

Besieht man sich die Welt von heute, dann erschrecken immer noch Gesellschaftsformen, die nach überkommenen Regeln leben und wo Gleichberechtigung nur ein schöner Wunschtraum sein kann. Doch es gibt weltweit immer mehr Projekte, die gegen diese überkommenen Formen ankämpfen und eine neue und gleichberechtigte Welt für alle Menschen schaffen wollen.

HEROES Köln

In der Zeitung kann man immer wieder Berichte über tödliche Übergriffe auf Frauen lesen, die im Namen der Ehre einer Familie ihr Leben lassen mussten. Da lohnt ein Blick nach Köln, wo der Verein HennaMond e. V. das Projekt Heroes im Jahr 2012 gestartet hat. Doch Heroes kann schon auf eine längere und sehr erfolgreiche Zeit des Wirkens zurückblicken, denn ursprünglich kommt das Projekt aus Berlin, wo der Verein HennaMond e. V. mit Heroes schon sehr erfolgreich sein konnte. Dafür erhielt der Verein mehrere Preise und so war es die richtige Entscheidung, das Projekt auch nach Köln zu holen. Heroes soll dazu beitragen, dass Männer und Frauen aus Ehrenkulturen auf den Weg der Gleichberechtigung gelangen können.

Gerade für Frauen kann eine solche Kultur bedeuten, dass man immer noch arrangierte Ehen und starke Kontrolle und Unterordnung erdulden muss. Aber auch für die Männer ist das Leben in solchen Kulturen nicht einfach, weil sie sich den überalterten Regeln fügen müssen, da sie überkommene Vorschriften für die Ehren durchsetzen müssen und sich für die Ehe nicht die Partnerin selber suchen können. Das Projekt soll den Menschen in solchen Kulturen die Augen öffnen und die Motivation wecken, endlich gegen die veralteten Regeln anzukämpfen. Hierbei soll vor allem gegen die Gewalt im Namen der Ehre gekämpft werden, damit Frauen und Männer gleichberechtigt und ohne Angst miteinander leben können. Worksshops, Rollenspiele oder Diskussionen, mit vielen Mitteln versucht der Verein gegen die Unterdrückung in Ehrenkulturen anzugehen und neue Wege für die Zukunft aufzuzeigen.

Das Gleichstellungsbüro der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Dass man Gleichberechtigung auch im kleinen Bereich erreichen kann, kann das Gleichstellungsbüro der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster zeigen. Hier gibt es stetig neue Aktionen, die dazu beitragen sollen, dass im Bereich der akademischen Ausbildung Frauen nicht benachteiligt werden. So gibt es einen Tag gegen die Gewalt, wo Frauen an der Uni einen Kurs für die Selbstverteidigung belegen können. Aber es finden auch Vorträge gegen die Gewalt an Frauen statt, sodass innerhalb der vielen Aktionen immer wieder darauf hingewiesen wird, dass die Rechte von Frauen besser geschützt werden müssen.

Um stetig einen Fortschritt für die Gleichberechtigung zu erreichen, wird eine Beraterin für die Gleichstellungsbeauftragte gewählt, die direkt aus der Studentenschaft kommt. Dazu werden immer wieder die Ergebnisse des Zentrums für Europäische Geschlechterforschung in den Fokus der studentischen Aktivitäten gelenkt. Besondere Weiterbildungsprogramme sollen in Münster die Frauen beim Studium unterstützen und mit Themen wie zum Beispiel "Frauen managen Hochschule" oder "Chancengleichheit in Forschungsförderungsprogrammen" können die Studenten an Aktionen des Büros teilnehmen. So ist es möglich, dass stetig Einfluss auf die Entwicklung der Gleichberechtigung in der akademischen Ausbildung genommen werden kann. Hierbei können die Chancen für Doktorandinnen oder Studentinnen mit anderen akademischen Abschlüssen verbessert werden und so kann später das Ungleichgewicht von Männern und Frauen in der Wirtschaft verändert werden, sodass mehr Frauen einen gut bezahlten Job nach dem Studium erreichen können.

Plan - ein Projekt für die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen

Ein wichtiges Projekt für die Gleichberechtigung ist der Mädchen-Fonds von Plan. Hierbei werden Mädchen in 50 Ländern dieser Welt unterstützt, denn das Projekt setzt sich dafür ein, dass auch Mädchen eine gute Ausbildung und eine sichere Zukunft beschert werden kann. Dazu werden viele Projekte vor Ort finanziert und mit dem Bau von Schulen, kann die Ausbildung der Mädchen gesichert werden. Rund um die Welt werden Mädchen wie eine Ware gehandelt, die Projekte von Plan sollen zum Beispiel in Bangladesch dafür sorgen, dass Mädchen nicht mehr sexuell ausgebeutet werden können. Schutzzonen für Mädchen schaffen, wo auch die weibliche Genitalbeschneidung nicht stattfinden muss, das ist das Ziel der Mädchen-Fonds, damit Frauen in Asien, Afrika und Lateinamerika frei und selbstbestimmt leben können. Doch Plan sucht mit seinen Projekten auch den Kontakt zu den geförderten Gemeinden, wodurch veraltete Vorschriften und Gesetze in einem neuen Licht gesehen werden können und eine Verbesserung der Lebensumstände für Mädchen erzielt werden sollen.

Alte Gesellschaftsformen durchbrechen und Frauen mehr schützen, wer die weibliche Bevölkerung stärkt, der wird eine Bevölkerung erhalten, die gestärkt in die Zukunft sehen kann. So ergreifen Frauen heute schon in Afrika und Asien die Initiative und sorgen mit eigenen kleinen Projekten dafür, dass im beruflichen Bereich auch hier eine Gleichberechtigung erzielt werden kann. Dies alles kann aber nur geschehen, wenn Frauen schon in der Kindheit geschützt werden und wenn eine gute Ausbildung die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben als Erwachsene sein kann. Plan verändert mit seinem Projekt Mädchen-Fonds die Welt der Mädchen und sorgt dafür, dass die kommenden Generationen an Frauen einer Gesellschaft in Gleichberechtigung leben können.

Namibia - wir schaffen unser eigenes Bild

Kommt man nach Afrika, dann ist die Diskriminierung von Homosexuellen immer noch weit verbreitet. Doch auch hier kann es Projekte geben, die dafür sorgen sollen, dass die Gleichberechtigung auch für die Lesben in Namibia durchgesetzt werden kann. "Wir schaffen unser eigenes Bild" bringt Frauen zusammen und soll zum Beispiel der Bevölkerung im Rahmen einer Fotoausstellung zeigen, dass der Mensch auch fremde Lebensstile immer anerkennen sollte. So soll Lesben zu neuem Selbstbewusstsein verholfen werden und die sexuelle Identität soll nicht mehr verheimlicht werden. Hierfür können sich die Frauen in Workshops treffen und ein Austausch über alle Probleme kann dazu führen, dass man sich endlich offen und frei zu seiner Sexualität bekennen kann. So können die Frauen endlich im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung auch Freunden und Verwandten zeigen, dass sie trotz andersartiger Sexualität doch ein ganz normales Leben in dieser immer noch feindlichen Gesellschaft verdient haben.

Mit der WLC, dem Womens Leadership Centre wird dieses Projekt zu einer Hilfe für junge lesbische Frauen, die in Namibia um die Anerkennung ihrer Menschenrechte stetig kämpfen müssen. Auch wenn das namibische Gesetz die Diskriminierung von homosexuellen Menschen verbietet, so ist dies in der Gesellschaft immer noch nicht angekommen. Doch mit den Aktionen von "wir schaffen unser eigenes Bild" verlassen die Lesben ihr Leben im Untergrund und sie müssen ihr lesbisches Leben nicht mehr verleugnen.

Jungs an den Herd - die französische Kita-Revolution

Mit diesem staatlichen Projekt, an dem 600 Kindertagesstätten in Frankreich teilnehmen, soll schon in frühesten Kindertagen dazu beigetragen werden, dass Gleichberechtigung von Mann und Frau zum Normalzustand in der Gesellschaft werden kann. So ist die Zeit vorbei, wo Jungen nur mit Autos spielen sollen und sich männergerecht auf Sportarten wie Fußball zuwenden sollen, stattdessen können Jungs auch weibliche Hobbys wählen und sich beim Kochen oder Stricken entfalten.

Schluss mit althergebrachten Erziehungsmethoden, wo im Elternhaus gleich Panik ausbrach, nur weil der Sohn gerne tanzen wollte oder sich mit Puppen beschäftigt hat. Jetzt darf man als Kind persönliche Leidenschaften entdecken, die im Elternhaus anschließend nicht wieder unterdrückt werden. Nun können sich andere Vorlieben entwickeln, die nachher zu einer ganz anderen Berufswahl führen können. Frankreich möchte damit dazu beitragen, dass Männer und Frauen Berufe wählen, die nicht als geschlechtstypisch empfunden werden. In Frankreich beginnt somit die Veränderung der Gesellschaft schon im Kleinkindalter, wo spielerisch dazu beigetragen wird, dass alte und überkommene Geschlechterrollen sich ändern können.

Die Universität Potsdam - ausgezeichnete Gleichstellungsarbeit

Wie viele Universitäten in Deutschland macht sich auch die Uni Potsdam stark für die Gleichberechtigung. Hier findet man sogar ausgezeichnete Bemühungen für die Chancengleichheit von Mann und Frau. Mit dem Prädikat "Total E-Quality" kann die Universität Potsdam nachweisen, dass die Projekte ihres Koordinationsbüros für Chancengleichheit mit großem Engagement dazu beitragen, dass Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern kein Traum mehr bleiben muss. Mit dem Projekt "Mentoring für Frauen" setzt die Uni Potsdam ein neues Highlight und so will man dafür sorgen, dass Post-Doktorandinnen, Doktorandinnen und Studentinnen durch ein Förderprogramm noch besser auf ein berufliches Leben als Akademiker vorbereitet werden können.

Aber es gibt noch mehr Projekte, die in Richtung Gleichberechtigung wirken sollen. Hierbei kann das Koordinationsbüro für Chancengleichheit auch mit Befragungen immer dafür sorgen, dass Projekte gefunden werden können, die für die Studenten der Uni sehr hilfreich sein können. Im Endeffekt können die Qualifizierungsangebote für Frauen dazu beitragen, dass mehr Frauen in den Spitzenpositionen in Wirtschaft und Wissenschaft zu finden sind und dadurch wird die Stellung der Frau in der Gesellschaft entscheidend gestärkt. Gerade Frauen, die den Weg der akademischen Laufbahn wagen, können sich jetzt darauf verlassen, dass sie mit Unterstützung diesen Weg auch zu Ende gehen können und somit eine berufliche Karriere machen werden, für die sie aufgrund der hochwertigen Ausbildung geeignet sind.

Freiwilligenarbeit in Nepal - Frauenrechte in Nepal

Wer als Deutscher sich an Projekten zur Gleichberechtigung beteiligen will, der kann zum Beispiel als Volunteer nach Asien gehen, wo ein Projekt für Frauenrechte in Nepal den Frauen des Landes den Weg in die Gleichberechtigung ebnen soll. Gerade in Asien gibt es immer noch überkommene Rollenvorstellung für Frauen und dies kann mit dem Einsatz von Volunteers Schritt für Schritt verbessert werden. Der Kampf gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel, Verschleppung und Ausbeutung benötigt immer neue und engagierte Mitarbeiter, die vor Ort wirken wollen.

Für die Frauen von Nepal werden Zentren geschaffen, wo Hilfe in jeglicher Form geboten wird. So werden Frauen ökonomisch unterstützt, aber genauso kann man hier rechtliche Hilfe finden. Psychologisch und physisch gestärkt sollen die Frauen ihr Leben in Nepal besser meistern und im Alltag einen Schritt in Richtung Gleichberechtigung machen. Damit das Selbstwertgefühl der Frauen gestärkt werden kann, sind Ausbildungen im handwerklichen Bereich und der Unterricht für Frauen hier zu erhalten, sodass die Frauen auch im Berufsleben eine Rolle spielen können. In Nepal werden somit Frauen kontinuierlich auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit und die Gleichberechtigung stetig unterstützt, sodass selbst in frauenfeindlichen Gesellschaften wie in Nepal das Leben für die Frau entscheidend erleichtert werden kann.